Generation Z: Bye bye Vorurteile, hallo Chancen

19. Februar 2026 – 

Wäre es nicht fahrlässig für die Zukunft der Unternehmen, das Potenzial einer ganzen Generation vor lauter Vorurteilen nicht zu nutzen?

Der tagesspiegel titelt: „Die Generation Z ist offiziell faul: Mal wieder müssen wir Boomer es richten.“ Das WSI fragt: „Jung, faul, wehleidig: Hat die „GenZ“ den Generationenvertrag gekündigt?“ Andrea Nahles erklärt jungen Arbeitnehmenden: „Arbeit ist kein Ponyhof.“

Vorurteile wie Sand am Meer… Zusammengefasst lautet der Vorwurf: Die Jungen wollen nicht arbeiten. Karriere? Zweitrangig. Zuerst kommen Social Media, Freizeitspaß, Erholung… 

Ein paar Gedanken von mir zum Thema „GenZ und Faulheit“. Kleine Randnotiz: Vielleicht bin ich voreingenommen, weil ich selbst zur Generation Z gehöre – aber vielleicht habe ich gerade deshalb auch den besten, ungeschönten Insiderblick. 

Ich bin mir sicher, es gibt sie. Die faulen GenZler – ohne große Zukunftsperspektiven, jene, die von Job zu Job hoppen. Denn Vorurteile entstehen selten aus dem Nichts. Aber: Die „Faullenzer“, „Perspektivlosen“, „Illoyalen“ gab es schon immer – in jeder Generation. Sie sind keine Erfindung der Generation Z. Manchmal genügt ein Blick auf das eigene, jüngere Ich oder den damaligen Freundeskreis … Der Begriff „Work-Life-Balance“ existiert schon seit den 1980er-Jahren, lange bevor die GenZ überhaupt geboren wurde.

Gleichzeitig wird schnell übersehen, dass es die engagierten GenZler gibt, die Lust haben, etwas zu bewegen, die Visionen haben, Verantwortung über-nehmen möchten und bereit sind, Überstunden für sinnvolle Projekt zu machen. Die gute deutsche Arbeitsmoral scheint also doch noch nicht so hoffnungslos verloren, wie viele Schlagzeilen implizieren. Die Deloitte-Studie „GenZ and Millennial Survey 2024“ zeigt: Mehr als 70 % der Generation Z streben eine Führungsposition an und sind durchaus bereit, Leistung zu bringen.

Trotzdem ist klar: Die Jungen denken anders über Arbeit, die Welt und die eigenen Lebensziele. Und hier ist es wichtig, genau hinzusehen.

Als Folge von Digitalisierung, dem lange dominierendem Arbeitnehmermarkt, globalen Krisen und Eltern aus der sogenannten Burnout-Generation hat die junge Generation für sich erkannt:

Nur zu arbeiten macht weder gesund – noch erfolgreich – noch glücklich.

So fordert ein Großteil der Generation Z Sinnhaftigkeit in den Aufgaben, ein Leben außerhalb der Arbeit, echte Entwicklungs-möglichkeiten und ein vertrauensvolles, wertschätzendes Verhältnis zur Führungskraft. 

Aber wenn wir die Generation Z durch Vorurteile kleinreden, nutzen wir ihr Potenzial nicht. Und dass, obwohl wir wissen: Die junge Generation ist unsere Zukunft.


Deshalb hier drei Impulse, um Vorurteile in Chancen umzuwandeln:

  • Mit einer positiven Grundhaltung starten
    Die Generation Z umfasst etwa 12,3 Millionen Menschen in Deutschland. Alle über einen Kamm zu scheren ist weder fair noch klug. Offen und positiv an die Zusammenarbeit zu gehen, erleichtert vieles.
  • Miteinander sprechen statt übereinander urteilen
    Bei Meinungsunterschieden reicht oft ein kurzes Gespräch. Zuhören räumt Missverständnisse aus dem Weg, schafft Verständnis füreinander und gemeinsame Lösungen entstehen schneller, als wir manchmal glauben.
  • Anforderungen & Wissen der Generation Z als Chance für alle sehen
    Sinnvolle Aufgaben, klare Strukturen und echte Wertschätzung sind menschliche Bedürfnisse – und nicht ausschließlich GenZ-Forderungen. Außerdem bringt die Generation Z ein intuitives Digitalverständnis mit, das jedes Unternehmen in einer zunehmend digitalen Welt nutzen sollte.

Zum Abschluss ein paar Fragen zur Selbstreflexion:

  1. Woher kommen eigentlich meine Vorurteile? Aus eigenen Erfahrungen oder aus Erzählungen?
  2. Welche meiner Vorurteile haben sich im direkten Kontakt mit jungen Mitarbeitenden bereits als unbegründet herausgestellt?
  3. Welche Stärken der Generation Z helfen meiner Organisation, aktuelle Herausforderungen zu meistern?

Wenn wir es schaffen, Vorurteile in Chancen zu verwandeln, steht einer erfolgreichen, generationsübergreifenden Zusammenarbeit, in der alle voneinander lernen, nichts mehr im Weg.

Let´s go.

Autor

Elisa Heinzelmann

Marketing Consultant

Marketingberaterin und Projektmanagerin bei ideenhunger. Spätestens seit sich Elisa im Rahmen ihres Masterstudiums mehrere Monate intensiv mit der Führung der Generation Z beschäftigt hat, brennt sie für das Thema. Als Teil der Generation Z kennt sie die Denkweisen, Werte und Erwartungen nicht nur aus Studien, sondern aus eigener Erfahrung.

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