Die 4 aktuellen TOP-Themen im Marketing

09. September 2026 – 

Als Marketing- und Kommunikationsagentur sind wir am Puls der Marketingneuheiten. Wir beschäftigen wir uns ständig mit den aktuellsten Entwicklungen, Trends und News rund um Marketing. Und wir können euch sagen: da tut sich aktuell tagtäglich unglaublich viel…

In unserer schnelllebigen Welt, in der eine Entwicklung die nächste jagt, ist es oft schwer herauszufiltern, was denn jetzt wirklich relevant für unsi st. Deshalb haben wir für euch in unserem Team bei unseren Marketingexperten einmal nachgefragt und die TOP 4 Marketingthemen im Jahr 2026 identifiziert:

KI-Designs sind längst in Jedermanns Alltag angekommen. Wir werden förmlich überschüttet von KI-Plakaten, Ads und generierten Fotos. Das Problem dabei: Sie sehen nicht nur alle ziemlich ähnlich aus, wodurch unique fast schon ein Fremdwort wird. Sie sind qualitativ auch einfach in den allermeisten Fällen schwach. Was KI im Bereich Design aktuell – und auch in den nächsten Jahren – ersetzen kann, ist maximal das Mittelmaß. Und genau hier kommt etwas ins Spiel, das ein bisschen an die Bio-Bewegung erinnert:

Wenn wir wissen, dass es eine bessere und hochwertigere Alternative gibt, dann entsteht – zumindest in unserem Kopf – automatisch eine Art Qualitätsmerkmal. Ähnlich einem Qualitätssiegel. Und welches Qualitätssiegel kennen wir alle? Das Bio-Siegel. Während wir über die Voraussetzungen zur Bio-Zertifizierung sicherlich streiten können, wissen wir aber alle, was gemeint ist. Und „Human-made“ – also alles vom Menschen erschaffene – wird in meinen Augen das neue Bio. 

SIMON EBERHARDT, GESCHÄFTSFÜHRENDER GESELLSCHAFTER
Bild von Simon Eberhardt, Gründer & Geschäfts­führender
Gesell­schafter der ideenhunger media GmbH

Je mehr austauschbarer KI-Content uns begegnet, desto wertvoller wird, was menschlich gedacht und gemacht ist. Während KI uns häufig eine ganz neue Form von Effizienz ermöglicht, lässt sich längst noch nicht jeder Prozessschritt durch KI abbilden. Gerade in der Kreativarbeit leben wir von neuen, menschlichen Ideen.

Marketing war schon immer ein Geschäft mit der Aufmerksamkeit. Doch die reicht heute nicht mehr aus. Wir leben in einer Zeit, in der Menschen täglich mit Botschaften, Meinungen, Bildern und Versprechen konfrontiert werden. Sichtbarkeit ist per sé längst kein knappes Gut mehr und mit genug Budget sowieso relativ leicht erreichbar. Vertrauen hingegen schon.

Daher glaube ich mal wieder, dass die erfolgreichsten Marken 2026 nicht diejenigen sein werden, die am lautesten kommunizieren oder die meisten Inhalte (oder AI-Slop?!) veröffentlichen. Erfolgreich werden jene Unternehmen sein, die Orientierung geben, nachvollziehbar handeln und über einen längeren Zeitraum glaubwürdig bleiben. Denn Vertrauen entsteht nicht durch einzelne Kampagnen. Vertrauen entsteht durch Konsistenz. Also durch das Zusammenspiel von dem, was ein Unternehmen sagt, tut und tatsächlich lebt.

Benjamin Burkard, GeschäftsführenDER GESELLSCHAFTER & Kommunikationsberater

Und gerade in einer Welt, die immer schneller, komplexer und unübersichtlicher wird, suchen Menschen meiner Meinung nach Verlässlichkeit. Für Marken und Unternehmen bedeutet das: Weniger Aufmerksamkeit um jeden Preis, mehr Relevanz. Weniger Inszenierung, mehr Haltung. Und vor allem die Bereitschaft, langfristige Beziehungen wichtiger zu nehmen als kurzfristige Reichweite. Das ist hart auszuhalten, denn die kurzfristige Reichweite ist einfach verdammt verlockend! 😊

Hat man die letzten beiden Jahre noch relativ gut KI-generierte Bilder & Videos erkennen können und war es auch noch schwerer und aufwändiger, realitätsnahe Deepfakes zu erstellen, sieht das mittlerweile anders aus. Durch die schnelle Entwicklung der KI-Modelle sind diese mittlerweile so gut, dass man selbst KI-generierte Videos nur noch schwer als solche erkennen kann. Ein bisschen Recherche bei Google und schon kann jede*r einfach und schnell in wenigen Sekunden Fake-Bilder und Fake-Videos erstellen mit Personen des öffentlichen Lebens, die täuschend echt aussehen.

Und das kann vor allem in Zeiten von politischen und gesellschaftlichen Krisen sehr gefährlich werden. Aber auch im E-Commerce, wo sich vor allem auf TikTok zunehmend Werbeclips finden, die z. B. KI-generierte Testimonials von den Juroren von “Die Höhle der Löwen” verwenden.

Daher sehe ich neben uns User*innen vor allem auch die großen Plattformen in der Pflicht, Bilder & Videos, die eine gänzlich realitätsferne Sicht zeigen, ausreichend als KI-generiert zu kennzeichnen. In diesem Jahr hat sich genau hier schon einiges bewegt: Seit dem 2. August 2026 gelten mit Artikel 50 des EU AI Act europaweit verbindliche Transparenzpflichten für KI-Inhalte. Und große Plattformen haben inzwischen erste Prüfprozesse eingeführt, um z. B. digitale KI-Wasserzeichen in den Dateien zu erkennen und daraus ableitend automatisch eine sichtbare KI-Kennzeichnung darzustellen. Die darf meiner Meinung nach aber stand jetzt noch ein wenig deutlicher ins Auge fallen.

Christian Berg, Head of Digital
Bild von Christian Berg, Head of Digital bei ideenhunger media GmbH

Aufmerksamkeit ist dank ständiger Reizüberflutung durch Internet, Social Media, Werbeanzeigen… zu einer unserer knappsten Ressourcen geworden. Was wir nicht direkt verstehen, scrollen oder klicken wir ganz schnell wieder weg.

Wir sehen häufig völlig überladene, unstrukturierte Websites mit unzählig vielen Inhalten und Botschaften. Die Devise „viel hilft viel“ wird aber schnell zum Trugschluss. Websites wachsen über die Jahre ganz von selbst: neue Produkte, Marken, Unternehmen kommen hinzu und alles muss irgendwo seinen Platz finden. So landet alles auf der Website. Sicher ist schließlich sicher. In Zeiten, in denen die KI die Menge an Content stark erhöht und die Aufmerksamkeit der Zielgruppe weiter sinkt, ist es unglaublich relevant mit kritischem Blick auf die aktuelle Website zu schauen: Wie viel Komplexität ist über die Jahre entstanden? Wo können wir schlanker werden? Denn: Strategische Klarheit wird immer wichtiger.

Bild von einem Schaufenster, in dem ausgewählte Kleidungsstücke auf einem Bügel hängen

Gute Kommunikation funktioniert ein bisschen wie ein gut gestaltetes Schaufenster: Wer vorbeiläuft, sieht zuerst nur das, was gezielt prominent platziert wurde. Und so sollte auch eine Website sein: Die Tiefe ist da. Aber auf den ersten Blick zeigt sie strukturiert das Wichtigste. Wir neigen dazu, Vollständigkeit mit Kompetenz zu verwechseln. Die Herausforderung ist häufig, den Kern zusammenzufassen und wegzulassen, was die Zielgruppe nicht braucht. Der Schlüssel dafür ist, konsequent ihre Perspektive einzunehmen: Was muss sie wirklich wissen? Was überfordert sie?

Elisa Heinzelmann, Marketing Consultant
Bild von Elisa Heinzelmann, Marketing Consultant bei ideenhunger media GmbH

Dass uns diese vier Themen auch in den kommenden Monaten und bis weit ins nächste Jahr hinein begleiten werden, steht für uns außer Frage. Spannend wird zudem, welche Themen bis dahin noch dazukommen. Wir bleiben für euch dran.

Autor

Elisa Heinzelmann

Marketing Consultant

Marketingberaterin und Projektmanagerin bei ideenhunger. Spätestens seit sich Elisa im Rahmen ihres Masterstudiums mehrere Monate intensiv mit der Führung der Generation Z beschäftigt hat, brennt sie für das Thema. Als Teil der Generation Z kennt sie die Denkweisen, Werte und Erwartungen nicht nur aus Studien, sondern aus eigener Erfahrung.

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